Die Regeln des klugen Investors

Viele Investoren haben große Mengen von Geld aufgrund der Finanzkrise verloren. Sind nur die Banken die Schuldigen?

Um ein guter Investor zu sein und damit wir in Zukunft nicht noch einmal einen großen Teil unseres Geldes verlieren, schlage ich Ihnen die folgenden 10 Regeln vor:

1. Entscheiden Sie selbst

Lassen Sie es nicht zu, dass andere für Sie entscheiden. Wenn die Krise Ihr Vermögen angegriffen hat, bleiben Sie nicht auf Ihrem Hintern sitzen und warten, dass die Dinge von ganz alleine besser werden. Informieren Sie sich und entscheiden Sie dann. Ihr Geld benötigt Zeit und Hingabe. Bringen Sie Ihr Auto zum TÜV, zur Überholung, zum Waschen? Also, Ihr Geld verdient sehr viel mehr Aufmerksamkeit als Ihr Auto.

2. Erlauben Sie es nicht, das ein Freund oder Familienmitglied Ihr Geld verwaltet.

Das Resultat kann nur so sein: Sie verlieren Ihre Ersparnisse oder Sie verlieren einen Freund oder Sie haben Streit in der Familie. Man darf die Freundschaft und die Familie nicht mit dem Geld vermischen. Es handelt sich um eine seriöse Angelegenheit. Es ist besser, dass Sie für die Dienstleistung jemanden bezahlen, aber zahlen Sie einen Festpreis. Wenn Ihr Finanzberater Provisionen von der Bank kassiert, werden Sie nie wissen, ob er Sie so berat, was besser für ihn oder besser für Sie ist.

3. Wenn Sie zur Bank gehen, gehen Sie da nicht wie ein zerstreutes Huhn rein

Vorher müssen Sie wissen, was Sie wollen. Informieren Sie sich vorab: Fachpresse, lesen Sie im Internet, lassen Sie sich von jemanden beraten.

Sie müssen wissen, dass die Banken, verkaufen, nicht beraten (Ausnahmen bestatigen die Regel). Die Zentralen setzen Ihren Angestellten Ziele, z.B. wenn diese Woche Rentenplane verkauft werden müssen, wird man Ihnen dieses zweifellos empfehlen.

Verlangen Sie die Vertrage und Broschüren der Finanzprodukte. Haben Sie keine Angst davor, lastig zu sein. Es geht hier um Ihr Geld und Sie sind der Kunde, der sich um sein Geld sorgt. Die Bank soll das ruhig sehen.

Wenn man mit Ihnen über garantierte oder strukturierte Produkte spricht, müssen Sie besonders aufpassen. Nehmen Sie sich die Broschüre ruhig mit nach Hause und studieren Sie diese in Ruhe. Es handelt sich hierbei um sehr komplexe Produkte und Sie benötigen diesbezüglich Hilfe von einem Experten.

Lesen Sie die Broschüre ruhig ein, zwei oder dreimal durch. Wenn Sie beim dritten Mal nicht alles verstanden haben, vergessen Sie es, es sagt Ihnen nicht zu. Schamen Sie sich nicht. Es ist besser als Dummkopf dazustehen, weil man kein Finanz Experte ist, als ein Dummkopf, weil man sich ruiniert hat.

4. Sie müssen wissen, wann Sie Geld benötigen

Es ist nicht dasselbe, kurz oder langfristig zu investieren. Wenn Sie langfristig investieren, z. B. in Aktien, schauen Sie sich nicht taglich die Aktienkurse an. Es sei denn, Sie sind ein Masochist oder Sie leben gerne in standiger Anspannung.

Niemals erlauben Sie es, dass man Ihnen ein Darlehen gibt, um in etwas zu investieren. Es gibt zwei Möglichkeiten den Kürzeren zu ziehen, aber die Bank wird immer das Doppelte verdienen.

5. Packen Sie nicht alle Eier in ein und denselben Korb

Auch wenn Sie sehr sicher sind, das das Produkt Ihnen eine sehr gute Rentabilitat gibt, investieren Sie nicht Ihr ganzes Geld in dasselbe Produkt, besonders dann nicht, wenn es eine langfristige Investition ist.

6. Bestimmen Sie gut Ihr Risikoprofil

Die Banken sind gemäß den Richtlinien (Mifid) dazu verpflichtet, Ihnen ein Risikoprofil zu erstellen. Dieses Profil muss Ihnen in der Theorie dazu helfen, bessere Investitionsentscheidungen zu treffen. Geben Sie korrekte Information an. Legen Sie das Risiko gut fest, welches Sie auf sich nehmen möchten und vor allem, welches Risiko Sie nicht auf sich nehmen möchten. Sprechen Sie über die Vorschlage Ihres Finanzberater und akzeptieren diese nicht beim ersten Mal. Somit gewöhnt sich dieser daran, in Ihrem Interesse zu entscheiden und nicht nur für sich und in seinem Interesse.

7. Sie müssen wissen, je langer um so größer das Risiko

Je langer das Geld in ein Produkt investiert ist, umso größer ist das Risiko für Sie, auch wenn es richtig ist, dass die Möglichkeiten sich erhöhen, eine bessere Rentabilitat zu erzielen.

Die Wirtschaft ist zyklisch. In Zeitspannen von mehreren Jahren kann viel passieren. Die aktuelle Krise ist das beste Beispiel dafür. Banken gehen Pleite, andere werden verstaatlicht, Firmen verschwinden vom Markt. Dass all das passieren könnte, hatte keiner vor ein paar Jahren geahnt.

8. Vertrauen Sie nicht den Angeboten von überhöhten Renditen

Die Produkte von Bernard Madoff sind ein gutes Beispiel dafür.

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Keiner kann zaubern und die Renditen des normalen Marktes verdoppeln oder verdreifachen.

Passen Sie auch bei den Vorzugsanteilen auf („participaciones preferentes“), die zur Zeit in Spanien von den Banken und Sparkassen angeboten werden. Diese sind eine Art von Finanzierung, die Banken und Sparkassen eingehen und mit einem hohen Zinssatz den Investor honorieren. Diese Anteile werden Sie aber mit großer Wahrscheinlichkeit nie verkaufen können. Somit ware Ihre Anlage für immer und ewig blockiert.

9. Protestieren Sie, legen Sie Beschwerde ein

Wenn Sie mit irgendetwas nicht einverstanden sind, beschweren Sie sich bei der Bank. Alle haben eine Kundenserviceabteilung. In Spanien haben wir auch die Servicedienstleistung des Banco de España oder die Serviceabteilung für den Investor der CNMV (National Kommission des Börsen Marktes). Im Internet gibt es die entsprechenden Adressen und Telefonnummern.

10. Wie schlafen Sie nachts?

Die letzte Regel ist die wichtigste. Die Intuitionen auf dem Kopfkissen werden wahr. Wenn Sie hinsichtlich Ihrer Investitionen nicht gut schlafen, ist es doch ganz klar: Sie haben Ihr Geld dort, wo es nicht hingehört. Ihr Unterbewusstsein sagt Ihnen: Du kannst das auf Dich genommene Risiko nicht tragen.

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