Eine häufige Frage unserer Kunden bezieht sich auf die steuerliche Behandlung von Kraftfahrzeugen, die über eine spanische GmbH erworben werden.

Zunächst müssen 2 Grundvoraussetzungen erfüllt werden:

  1. Das Auto muss in Spanien auf den Namen der Gesellschaft angemeldet sein.
  2. Die Gesellschaft muss im entsprechenden Geschäftsjahr beim Finanzamt für eine gewerbliche Tätigkeit angemeldet sein.

Wenn diese Voraussetzungen erfüllt werden, haben wir folgende Möglichkeiten:

Was die Umsatzsteuer betrifft, gewähren die spanischen Finanzbehörden (mutmaßlich) einen Abzug von 50% auf die bei Kfz.-Käufen geleistete Vorsteuer, (sowie auf die USt von Reparaturen, Accesoires, Instandhaltungsarbeiten etc). Dieser Prozentsatz kann jedoch erhöht werden, wenn Sie beweisen können, dass das Fahrzeug zu mehr als 50% für die Ausübung der gewerblichen Tätigkeit genutzt wird oder, im umgekehrten Fall, kann der Prozentsatz reduziert werden, wenn das Finanzamt das Gegenteil beweisen kann.

Dies bedeutet, dass sie stets beweisen müssen, dass das Fahrzeug zur Ausübung der gewerblichen Tätigkeit genutzt wird. Wie? Grundsätzlich anhand der Natur des Gewerbes, das Sie ausüben. Wenn Sie einer kommerziellen Tätigkeit nachgehen, sind dafür überregionale Fahrten notwendig, um Ihre verschiedenen Kunden zu besuchen. Wenn es sich bei Ihrer Aktivität um technische Serviceleistungen handelt, führen Sie Fahrten zu den Einrichtungen des Kunden durch. Bei einer Aktivität als Bauträger, besuchen Sie die verschiedenen Baustellen, an denen gearbeitet wird.

Es ist empfehlenswert, alle Belege und Unterlagen aufzuheben, die die zurückgelegten Fahrten akkreditieren. Auf diese Weise können Sie die Nutzung des Fahrzeuges für Ihre Tätigkeit belegen und nebenbei die damit in Zusammenhang stehenden Kosten von der Steuer abziehen.

Wenn Sie einen rechtlich zulässigen Beweis erbringen können, dass das Fahrzeug zu mehr als 50% genutzt wird, so ist dies theoretisch möglich, sogar bis zu einer 100%igen Nutzung.
Dabei muss man aber berücksichtigen, dass die Behörden diese Beweise mit Sicherheit nicht zulassen und diese Frage dann vor Gericht entschieden wird, sofern Sie tatsächlich bis zur letzten Instanz gehen möchten. In diesem Fall haben Sie dann bessere Chancen, wenn Sie über einen Privatwagen verfügen, der womöglich die gleiche oder eine höhere Kategorie hat wie der Firmenwagen, und wenn Sie beweisen können, dass der Firmenwagen nachts und an den Wochenenden auf einem bewachten Gelände oder Parkplatz abgestellt wird.

Wenn Sie das Fahrzeug kaufen, bitten Sie Ihren Steuerberater 50% der Umsatzsteuer bei der vierteljährlichen Steuererklärung abzuziehen. Am Jahresende können Sie dann die USt regulieren, indem Sie den endgültigen Prozentsatz anwenden, sofern dieser höher ist. Sollte der tatsächliche Prozentsatz aber niedriger sein, so müssen Sie diesbezüglich nichts unternehmen, da es Sache der Behörden ist, dies zu beweisen. Wenn letzteres eintrifft und Sie aber beweisen, dass die Nutzung des Fahrzeuges Ihre gewerbliche Tätigkeit betrifft, so wird Ihnen für den steuerlichen Abzug von 50% keine Sanktion auferlegt. Der Prozentsatz wird lediglich reguliert seitens der Behörde.

Fahrzeuge können auf maximal 14 Jahre abgeschrieben werden, wobei der maximale jährliche Abschreibungssatz 16% des Kaufpreises beträgt. Aber Achtung: die Abschreibung kann nur im gleichen Verhältnis erfolgen, in dem das Fahrzeug von der gewerblichen Nutzung betroffen ist.

Es erübrigt sich zu erwähnen, dass wir hier nicht von Fahrzeugen sprechen, die als Handels- oder Vertreterfahrzeuge gebraucht werden bzw. zum Transport von Reisenden, zur Vermietung, als Fahrschulauto, Rettungswagen etc.

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